#FrauOenRunde

Meine Lieben,

ich habe nun lange darüber nachgedacht, in welcher Form ich über die FrauOenRunde schreiben möchte. Diese Zeilen hier sind das Ergebnis der Unfähigkeit, mich zu entscheiden: Schreibe ich lieber einen persönlichen Blogbeitrag über die OenRunde 2.0 oder möchte ich einen eher allgemeinen Eindruck vermitteln, um auch und vielleicht vor allem zukünftigen Teilnehmerinnen eine Vorstellung davon zu geben?

Wie immer bin ich transparent, wie immer bin ich auch in der eigenen Unzulänglichkeit ehrlich, wie immer mache ich mein eigenes Ding – egal, ob das „marketing-technisch“ nun die beste Idee ist oder nicht.

So sitze ich nun hier, tippe diese Zeilen und versuche euch einen Eindruck zu vermitteln von dem, was ich als #FrauOenRunde ins Leben gerufen habe – in Kürze wird ein weiterer Beitrag folgen, der eine eher persönliche Erzählung über die letzte Runde in Berlin wird. 

Aber eins nach dem anderen und wie immer:

Von vorn.


#FrauOenRunde – Was ist das?

 

Kurz zusammengefasst ist die FrauOenRunde ein Safe Space, eine Art „exklusiver kinky Mädelsabend“ für tendenziell submissive Frauen mit Interesse an BDSM, aber noch ohne oder mit nur wenig Erfahrung.

 

1. Ausschließlich für Frauen

Ja, die FrauOenRunde ist ausschließlich für Frauen (damit sind alle Menschen gemeint, die sich selbst als Frau definieren).
Ich habe bisher von allen Teilnehmerinnen und auch Interessentinnen gehört, dass es als sehr angenehm empfunden wird, sich unter sich treffen zu können. Meiner Erfahrung nach ändert sich eine Gruppendynamik vollkommen, sobald auch nur ein Mann anwesend ist. Ich kann die Gedanken von gemischten Stammtischen verstehen und finde es gut, dass es die Möglichkeit gibt, sich in solcher Runde zu treffen. Die SMJG beispielsweise bietet reine Einsteiger-Stammtische an, auch das finde ich gut – da gibt es hingegen eine Altersgrenze von 27, weil das Angebot hauptsächlich für junge Menschen konzipiert ist. Eine wunderbare Sache und ich glaube, da ergänzen wir uns ganz gut. Denn während es bei mir die Einschränkung auf das Geschlecht gibt, ziehe ich keine Altersgrenze.

Mein Ansatz ist es, einen Safe Space nur für Frauen zu schaffen, die durch ein gemeinsames Interesse verbunden sind:

2. BDSM und die Tendenz zur Submission

Switcherinnen sind hier zwar durchaus willkommen – ich halte es aber für wichtig, gerade devoten Frauen einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich über ihre Neigung austauschen können, ohne auf Haltungen zu stoßen, die sich von den ihren sehr stark unterscheiden.
Abgesehen davon glaube ich, dass sich diese Konstellation ohnehin so ergeben wird, denn weibliche BDSM-Einsteiger sind selten von Beginn an dominant. Es wird sich erst herangetastet und irgendwann vielleicht auch geswitcht, wenn mehr Sicherheit da ist – ähnlich war es auch bei mir.

3. Netzwerk

Ein essentieller Gedanke der OenRunde ist die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Gleichgesinnte kennenzulernen, mit denen man über Neigungen, über Sex, über Unkonventionelles sprechen und im Idealfall gemeinsam auf ein Event gehen kann. Die FrauOenRunde wird deshalb in verschiedenen Städten angeboten und mittel- bis langfristig wird darauf geachtet, dass alle Teilnehmerinnen etwa aus derselben Gegend kommen.

4. Und was wird da gemacht?

Nun, es ist tatsächlich so: Keine OenRunde gleicht der anderen. Der Ablauf und die Art der Locations ändern sich von Stadt zu Stadt. Grundsätzlich aber besteht der Abend aus zwei offiziellen (und einem eher weniger offiziellen) Teilen:

Im ersten Teil geht es um Kennenlernen und Austausch, allerdings in einem themenbezogenen Rahmen. Das bedeutet konkret: Wir treffen uns in einem SM-Studio. Das hat gleich mehrere Vorteile: Wir sind absolut unter uns und ungestört (anders als es in einer Bar oder einem Restaurant der Fall wäre) und können ungehemmt auch über heikle Themen sprechen. Zudem haben wir Gegenstände, Spielzeuge und Möbel, die uns zum konkreten Anfassen und darüber Sprechen zur Verfügung stehen.

Anschließend geht es über zum zweiten Teil des Abends, an dem wir als geschlossene Gruppe gemeinsam auf ein BDSM-Event gehen. Dieser Gedanke kam mir, als ich vermehrt das Interesse unerfahrener Frauen an solchen Events bemerkte, die sich aber nicht trauen, allein, ohne Mann und ohne Gleichgesinnte eines zu besuchen.

Ich wähle die Events natürlich so aus, dass sie einen angemessenen Rahmen für Einsteiger bieten (also keine harten SM-Veranstaltungen, keine „Abende der O“s oder Sklavenversteigerungen, etc.). Überschaubar, nicht zu groß, anfängertauglich und ohne festen Rahmen, sodass jede tun und lassen kann, was sie will. Üblicherweise sind wir auch dort als Gruppe, niemand ist auf sich gestellt, ich selbst bin nicht mit fremden/anderen aktiv, um zu jeder Zeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. Erfahrungsgemäß entwickelt sich die Dynamik aber in eine Richtung, in der sich die Gruppe ein klein wenig auflöst und die Neugier über die Unsicherheit obsiegt.

Anschließend hat es sich eingebürgert, dass alle, die bis zum Schluss bleiben, sich noch in einer kleinen Bar in Laufweite treffen, um einen letzten Cocktail, ein Bier oder eine heiße Schokolade zu trinken. Ich liebe ja diesen Teil des Abends besonders – er gehört offiziell nicht mehr wirklich dazu, fühlt sich für mich aber an wie der Kern des Ganzen. Denn nach dem Studiobesuch und dem Event ist die Hemmschwelle so gesunken und die Damen kennen sich so gut, dass die Gespräche eine Offenheit, eine Ehrlichkeit erreichen, die mich jedes Mal flasht. Es wird „nachbesprochen“, was gut war und was befremdlich war. Fragen werden gestellt, die man vorher nicht stellen wollte und der Abend wird reflektiert – alles in einer geschlossenen Gruppe von Frauen, die mich immer wieder dadurch beeindrucken, wie viel Stärke, Wärme, Mut und Authentizität sie ausstrahlen, wenn sie einfach sein dürfen, wie sie eben gerade sein wollen.

5. Daten, Fakten und das Thema Sicherheit

Teilnehmerzahl: In der #FrauOenRunde nehme ich 12 Frauen pro Abend mit, weil ich einerseits eine möglichst gute Mischung schaffen und möglichst vielen die Möglichkeit der Teilnahme geben möchte – andererseits will ich aber den Überblick behalten und mit jeder Frau in individuellem Kontakt bleiben können.

Sicherheit: Alle Teilnehmerinnen stehen während des Anmeldeprozesses mit mir in individuellem Mailkontakt. Einerseits, weil ich abschätzen möchte, wie gut sie in die Zielgruppe passen (ich sage Frauen ab, die bereits seit 10 Jahren in der Szene unterwegs sind, genauso wie ich Frauen absage, die mir erzählen, sie sind 18 und noch Jungfrau). Ich kann nicht dafür garantieren, dass eine Teilnehmerin hier „richtig“ ist – jeder mündige Mensch trägt Verantwortung für sich selbst. Aber ich versuche zumindest tendenziell gut „auszuwählen“. Zudem sendet mir jede der Teilnehmerinnen im Laufe der Anmeldung Bilder von sich und ihrem Perso zu (selbstredend absolut diskret behandelt) – damit stelle ich das Mindestmaß an Sicherheit her, um wissen zu können, dass hier kein Fake-Twitter-Account von Konrad-Jürgen, 67, vor der Tür des Treffpunkts steht.

6. Was ist die Idee dahinter?

(Zur Info: Ich weiß, dass auch Männer, gerade devote, große Schwierigkeiten in der Gesellschaft haben. Deshalb auch mein Buchprojekt und andere Wege, hier etwas zu bewegen. Mich mit 12 fremden Männern aus dem Internet zu treffen, kommt für mich allerdings nicht infrage – deshalb gibt es kein „männliches Pendant“ zur FrauOenRunde.)

Ich möchte, dass unerfahrene Frauen einen sicheren Einstieg in die Szene, in die Welt des BDSM finden, ohne dass sie dafür auf einen erfahrenen Mann angewiesen sind, der sie an die Hand oder an die Leine nimmt. Ich möchte, dass sich Frauen auch allein trauen, diese Welt zu erkunden, ihre Grenzen zumindest anzutesten und sich ein erstes Bild davon zu machen. Ich möchte präventiv arbeiten und verhindern, dass immer mehr Frauen neugierig sind, aber aufgrund fehlender Kontakte nicht darüber sprechen können und sich dann allein auf diesen Weg machen – denn wer keinen Vergleich hat, keinen Orientierungspunkt dafür, wie es sein sollte, der fällt leichter auf pseudo-dominante Männer herein, die vorgeben, „Mentor“ zu sein, Sklavinnen auszubilden oder Frauen in diese Welt einzuführen (das „hereinfallen“ meine ich nicht abwertend im Sinne von „naiv“ – mein eigener Einstieg in die Szene lief exakt so ab und ich weiß aus Erfahrung, wie schnell das gehen kann).
Es sind häufig diese Konstellationen, die später im Missbrauch enden und genau hier möchte ich etwas bewegen. Nicht erst, wenn es zu spät ist – sondern präventiv.

Ich möchte erreichen, dass junge, devote Frauen mit Interesse an BDSM nicht mehr gleich metaphorisch auf die Knie gehen, weil ein pseudo-Dom in einer Nachricht Bilder von Gerten und Floggern und Ketten an seinem Bett schickt.
Ich möchte erreichen, dass auch die blutigsten Anfänger diese kategorische Ehrfurcht vor der (meist männlichen) Dominanz an sich ein wenig verlieren (ketzerisch, was? 😉 ).
Ich möchte erreichen, dass Frauen erst dann ehrfürchtig vor einem Dom knien, wenn sie eingespielt sind, sie sich gut kennen und er sich diese Ehrfurcht verdient hat – nicht, weil sie von seinen Spielzeugen so beeindruckt sind und sich selbst klein, unerfahren und eingeschüchtert fühlen.

Ich möchte erreichen, dass mehr Frauen erkennen, wie erfüllend dieser Weg sein kann, wenn man die ersten Schritte nicht an der Leine eines Doms macht, sondern selbstbestimmt und in Begleitung Gleichgesinnter – um sich am Ende nicht aus Mangel an Erfahrung und Kontakten, sondern aus freien Stücken, wissentlich und aus purer Lust ein Halsband anlegen zu lassen. 


Interesse?

Falls du dich nun angesprochen fühlst, zur Zielgruppe gehörst und Lust auf eine OenRunde hast, gibt es im Folgenden ein paar Infos für dich:

1. Fragen?

Falls du konkrete Fragen hast, dann kannst du sie gern unter diesem Beitrag (auch anonym) als Kommentar stellen. Generell kannst du mir natürlich auch schreiben, aber über die Kommentarfunktion hat jeder was davon.

2. Orte und Termine

Ich werde hier und auf Twitter (@ophelia_bdsm) über kommende, geplante, angedachte und feststehende Termine auf dem Laufenden halten.

  • Sommer 2019 (Berlin): VOLL
  • Herbst 2019 (entweder München oder Köln – Planung läuft noch)
  • Oktober 2019 (Berlin): Wenige Plätze frei 
  • November 2019 (Stuttgart): Anmeldung offen
  • Dezember 2019 (Berlin): Anmeldung offen

 

3. Geld

Die Miete des Studios kostet natürlich Geld, genauso wie der Eintritt zum Event und die Verpflegung. Die OenRunden ist so geplant, dass mit einer Überweisung der gesamte Abend abgedeckt ist und man nichts mehr zahlen muss außer An- und Abreise. Wie viel das jeweils ist, hängt von den Locations und damit wiederum von der Stadt ab. Den ungefähren Rahmen kann ich euch auf Anfrage sagen. Sollte es am Geld scheitern, finden wir eine Lösung. Mittlerweile gibt es auf Rückfrage zudem Sponsoren, die sich anbieten, Plätze zu finanzieren bzw. zu unterstützen.

3. Anmeldung

Solltest du dich für die FrauOenRunde interessieren, schreib mir bitte eine Email an kontakt@liaophee.com oder über das Kontaktformular hier auf dieser Homepage. Am besten schreibst du mir in dieser Mail schon dein Alter, deinen Erfahrungsstand in Bezug auf BDSM und die Gründe, weshalb du teilnehmen möchtest.
Es gibt hier keine falschen Gründe oder Antworten – ich hab nur gern einen Eindruck von meinem Gegenüber und kann dir versprechen, ich freue mich über jede Mail! 🙂 Vergiss nicht, dazu zu schreiben, für welche Runde du dich interessiert (also an welchem Ort).


 

Alle Teilnehmerinnen der vergangenen Runden sind herzlich eingeladen, im Kommentarfeld unter diesem Beitrag eine Art „Rezension“ oder einen Erfahrungsbericht zu hinterlassen. Gern natürlich auch mit Kritik oder Verbesserungsvorschlägen. Das Ganze ist noch in den Kinderschuhen und ich sammle Erfahrungswerte zur Optimierung.

Ich freue mich jetzt schon darauf, weitere tolle Frauen kennenzulernen!

Eure Ophelia

 

5 Gedanken zu „#FrauOenRunde“

  1. Ich kann der lieben Ophelia nur zustimmen!
    Dass sie die FrauOenRunde ins Leben gerufen hat, war für mich das Beste was mir in letzter Zeit passiert ist. Abgesehen davon, dass man viele nette Menschen kennenlernt (sowohl die Mädels, als auch in den Locations), steigt das Selbstvertrauen und die eigene Wertschätzung ins Unermessliche!
    Ich kann jeder Interessierten und noch Zögernden raten: mach es einfach! Lass dich drauf ein! Du kannst zweifeln bis zur letzten Sekunde, aber geh hin! So ging es mir auch… Und ich habe keine einzige Sekunde davon bereut und hoffe, ich kann noch an weiteren Runden teilnehmen!

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  2. Ich selbst war jetzt bei der ersten und zweiten #FrauOenRunde. Für mich war es eine unglaubliche große und tolle Erfahrung, die mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben hat. Die #FrauOenRunde hat mich nochmal bestätigt, dass ich auf BDSM steh und hat mir gezeigt, dass es andere gibt, die mir ähnlich sind.
    Was ich nicht erwartet hätte ist, dass ich meine Freundin auf einer #FrauOenRunde kennenlerne 🙂
    Lia, du machst das unglaublich gut und man hat immer das Gefühl, gut aufgehoben zu sein 🙂

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  3. Ich wüsste gerne, ob mollige Frauen auch willkommen sind und ob du solche Events auch in Hamburg machst? Ist es schon vorgekommen, dass jemandem das ganze nicht gefallen hat und wie bist du damit umgegangen?

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    1. Liebe Christine,
      bin nicht sicher, ob die Frage wirklich so direkt gemeint ist, wie sie gestellt wurde: Es ist mir selbstredend völlig egal, wie die Frauen aussehen. Grundsätzlich ist mir jede „Eigenschaft“ egal, solange es Frauen sind und sie sich ehrlich für BDSM interessieren. Das Körpergewicht, ob binär oder trans oder etwas anderes, die Größe, das Alter. Wir hatten auch schon alles davon dabei und es wird eigentlich gar nicht zum Thema gemacht – denn genau darum geht es: Dass jede so sein darf wie sie eben ist oder sein möchte.

      Hamburg würde ich gern durchziehen, ist dieses Jahr aber eher nicht realisierbar. Es wird voraussichtlich noch 2 in Berlin geben und eine entweder (!) in Köln oder München und eine vermutlich in BW. Die Homepage hier ist immer aktuell, falls ich dich in den Verteiler zu einer Stadt eintragen soll, schreib mir einfach eine Mail.

      Wie ich damit umgegangen bin, wenn einer Frau die Sache nicht gefällt, kann ich nicht sagen, weil es noch nie vorkam. Wir reden sehr viel vorher, stehen in regem Kontakt – erst individuell ich mit jeder, dann gibt es pro Runde noch eine Twittergruppe, wo sich die Mädels untereinander schreiben und austauschen können. Alle wissen, worauf sie sich einlassen und bisher waren alle mehr als begeistert.

      Überlegs dir. 🙂

      Schöne Grüße
      O.

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  4. Ich war nun schon zum zweiten Mal dabei. Beim ersten Mal war ich super nervös. Wenn ich das jetzt mit der zweiten Runde vergleiche, die nur wenige Monate später stattfand, erkenne ich mich beinahe selbst nicht wieder. Ja, ich bin selbstbewusst und ja, ich hab schon die eine oder andere Erfahrung im Gepäck. Trotzdem habe ich von der FrauOenRunde profitiert.
    Bei der zweiten Runde war ich voller Vorfreude. Ich lief schon im Kinky-Outfit los, fuhr so Bahn und ging kurz einkaufen. Diese Lockerheit war im April für mich noch undenkbar, weshalb ich Jeder, die grundsätzlich Interesse hätte, raten würde, zu dieser Runde zu gehen. Ich wollte jahrelang in Clubs gehen und traute mich nie. Mit Ophelia und den Mädels war der erste Besuch ideal. Man fühlte sich beschützt, konnte sich austauschen, Eindrücke teilen und hat danach noch Kontakte, die ebenfalls kinky angehaucht sind. Einfach toll!

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